Barfuß im Park.

Wenn Tage endlos wären und man nie schlafen oder sich ausruhen müsste, dann würde ich vermutlich immer noch mein erstes Blog "Sternenstaub und Gedankensalat" befüllen.

Zum Beispiel würde ich mir Gedanken machen über das, was im Moment in der Welt bzw. dem, was man (=ich) medial davon mitbekommt, passiert.

Weil es mich verstört, beunruhigt und manchmal wirklich wütend und traurig macht.

Stichworte wie Rechtsruck, Grenzen dicht, Ausgrenzung statt Integration und Ablehnung statt Öffnung würden vielleicht vorkommen.

Das hochblubbern unerträglicher Parolen und der Hass, oft in Kombination mit schlichter Ahnungslosigkeit, der momentan einen Teil von uns Menschen im Griff zu haben scheint, das kann ich manchmal nur schwer ausblenden.

Aber weil es ja nun doch so etwas wie den Arbeitsalltag gibt, und dieser ziemlich vollgestopft ist, und ich tatsächlich manchmal schlafen und mich ausruhen muss, habe ich vor längerer Zeit das erste Blog stillgelegt.

Mein Alltag, der ist so ganz anders als das, was derzeit die Nachrichten dominiert, wie wohl bei vielen anderen auch.

Irgendwie wie eine Parallelwelt.

Er ist (in meinem Fall) mit einem ziemlich netten Beruf ausgefüllt ist, der mich fast immer nur mit freundlichen und netten Menschen zusammen bringt, die für andere nette Menschen bei uns etwas anfertigen lassen möchten.

Menschen zum Beispiel, die sich verliebt haben und für immer zusammen bleiben möchten, die heiraten wollen, trotz Scheidungsstatistik und Ungewissheit.

Menschen, die Kinder bekommen haben und für diesen Anlass ein symbolhaftes Schmuckstück in Auftrag geben, in dem dann ganz viel Herzblut steckt oder vielleicht ein geerbter Diamant.

Andere trauern und haben jemanden verloren, und auch hier wird oft nach einer gewissen Zeit der Wunsch wach, mit einem Schmuckstück ein Andenken zu schaffen. Immer wieder werden alte Stücke neu,- oder umgestaltet, und fast immer stecken sehr persönliche Geschichten und - ja, Sinn, in ihnen.

Diejenigen, die mich schon lange kennen, wissen, dass ich mit meinem Beruf immer wieder gehadert habe.

Weil es mir irgendwie nicht genug war, "einfach nur schöne Sachen" zu machen.

Weil irgendwie der tiefere Sinn fehlte, und ich immer wieder woanders danach gesucht habe, z.B. im Lehramtsstudium oder der Psychologie, oder vielleicht auch beim Bloggen in meinem "Sternenstaub"-Blog.

Nun aber, nach fast schon 19 Jahren in meinem Beruf (incl. Ausbildung) und davon schon fast 9 Jahre lang als Freischaffende, Selbständige...

da staune ich immer wieder, wie nach und nach genau dieser kleine, einfache und vollgestopfte Alltag mit all diesen verschiedenen Menschen, von deren Geschichten man in meinem Beruf hier und da kleine Schnipsel abbekommt, zu etwas ganz besonderem geworden ist, was ich nicht mehr missen möchte.

 

Heute war ein aussergewöhnlich netter Tag.

Weil ich nämlich in der Mittagspause barfuß im Park auf der Wiese am Teich sitzen konnte.

 

Ahoi und bis zum nächsten Mal!

 

 

 

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